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Experteninterview – Projektleitung/Medientechnik

Hallo und herzlich willkommen. 

Ich bin Vincent und freue mich, heute dieses Interview führen zu dürfen. Ich begrüße ganz herzlich Mirko Schimpf und danke dir, dass du dir die Zeit für dieses Gespräch nimmst.
Heute möchten wir einen genaueren Blick auf den technischen Bereich der Eventbranche werfen. Im Mittelpunkt stehen dabei Themen wie Veranstaltungstechnik, Aufbau und Umsetzung von Events sowie die Herausforderungen, die hinter Licht-, Ton- Bühnen- und Medientechnik bei Veranstaltungen entstehen.
Ich freue mich auf ein interessantes Gespräch und spannende Einblicke in die technische Umsetzung von Events.

In der Projektleitung beginnt alles mit dem technischen Briefing. Was sind hier die größten Herausforderungen, um aus einer vagen Kundenidee ein funktionierendes technisches Konzept zu machen?

Die größte Hürde ist oft die Schnittstellen-Definition. Der Kunde sagt: „Ich will eine LED-Wand.“ Mein Job als PL ist es, technisch tiefer zu graben: Welcher Content wird geliefert? In welchem Seitenverhältnis? Wo genau liegt der Übergabepunkt für Strom und Daten? Wenn ich hier unpräzise bin, fehlen vor Ort zwei Meter Kabel oder die Auflösung des Contents passt nicht zum Pixelpitch der Wand. Wir erstellen deshalb detaillierte Signalflusspläne und CAD Zeichnungen. Eine Herausforderung ist zudem das Management der Erwartungen: Ich muss dem Kunden erklären, warum wir für eine 8K-Zuspielung ein leistungsstarkes MedienserverSystem (z. B. PIXERA oder Coolux) brauchen und warum ein einfacher Laptop hier versagt.

Messeanfahrten und Aufbauzeiten sind extrem eng getaktet. Wie planen Sie das Projekt so, dass es nicht beim ersten Stau in sich zusammenbricht?

Wir planen in Meilensteinen. Ein „Sicherheitspuffer“ ist kein Luxus, sondern Pflicht. Ich kalkuliere die Netto-Aufbauzeit und schlage 20 % für unvorhersehbare Probleme auf (z. B. blockierte Lastenaufzüge oder fehlende Stromanschlüsse seitens der Messe). Wichtig ist auch die Gewerke-Abstimmung: Ich muss wissen, wann der Messebauer die Wand fertig hat, an der wir unsere Displays montieren sollen. Wenn ich meine Techniker zu früh schicke, stehen sie im Weg; zu spät, und wir gefährden die Deadline.

Was ist Ihre Strategie bei unvorhersehbaren Problemen vor Ort, wenn z. B. eine Komponente ausfällt oder der Content des Kunden nicht läuft?

Ruhe bewahren und Redundanz-Ebenen aktivieren. Als PL habe ich immer einen „Plan B“ im Kopf. Wenn ein LED-Controller zickt, müssen wir sofort auf den Backup-Controller umschalten können – das muss im Vorfeld so verkabelt sein. Bei Content-Problemen haben wir vor Ort leistungsfähige Scaler und Konverter, um fast jedes Signal „passend zu machen“. Das wichtigste Tool ist aber das Kommunikations-Protokoll: Wer entscheidet im Ernstfall? Ich halte den Rücken der Techniker frei, damit diese arbeiten können, während ich mit dem Kunden die zeitliche Verschiebung oder alternative Lösungen bespreche.

Wie gehen Sie damit um, wenn der Kunde vor Ort plötzlich „umplant“ und zusätzliche Technik oder Funktionen will, die nicht gebucht waren?

Das ist ein Klassiker. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Ich muss sofort prüfen: Haben wir noch Kapazitäten im LKW (Option-Kit)? Haben die Techniker noch Arbeitszeitpuffer? Wenn ja, machen wir es möglich, dokumentieren dies aber sofort als „On-Site-Change“ zur Nachberechnung. Es geht darum, lösungsorientiert zu sein, ohne die Wirtschaftlichkeit des Projekts oder die Sicherheit (z. B. Statik/Stromlast) zu gefährden.Medientechnik konzentrieren können.

Wie bereiten Sie Ihre Techniker (intern wie extern) optimal auf den Einsatz vor, damit auf der Baustelle jeder Handgriff sitzt?

Information ist alles. Jeder Techniker erhält von mir ein Projekt-Dossier. Darin enthalten sind:
• Technik-Listen & Packpläne: Was ist in welchem Case?
• Bauzeitenplan: Wer macht was bis wann?
• Ansprechpartner vor Ort: Wer ist der Hallenmeister, wer der Ansprechpartner beim
Kunden?
• Technische Zeichnungen: Wo hängen die Displays genau (Höhe/Position)? Wir machen
vor großen Projekten ein Pre-Production-Meeting. Dort gehen wir die kritischen Punkte
durch (z. B. „Achtung, die Deckenlast ist hier extrem gering“). Nur ein informierter
Techniker ist ein effizienter Techniker.

Vielen Dank dir für die spannenden Einblicke in den technischen Bereich der Eventbranche.
Es war sehr interessant zu erfahren, wie viel Planung, Präzision und Teamarbeit hinter Licht-, Ton und Bühnentechnik bei Events steckt.
Ich hoffe, dass wir einen guten Einblick in deinen Arbeitsalltag geben konnten und wünsche dir weiterhin viel Erfolg bei deinen kommenden Projekten und Veranstaltungen. Danke, dass du dir die Zeit für das Gespräch genommen hast.

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